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Mittwoch, 16. Januar 2008

Linkliste zur Jugendgewalt - Update vom 16.11.2008

Linkliste zur Jugendgewalt - Update vom 16.11.2008

"Die Deutsche Gesellschaft hat nicht so sehr ein Problem mit ausländischer Kriminalität sondern mit einheimischer Intolleranz" (Jens Jensen / Zeit)


(Bildquelle: Flickr/tiseb)
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Update vom 17-01-2006

"Disziplinierung, Drill, Dressur: Der Ruf nach Strenge im Umgang mit gewalttätigen Jugendlichen durchzieht das 20. Jahrhundert wie ein roter Faden. Die Historikerin Barbara Stambolis analysiert den Wandel in der Erziehungspolitik - und erklärt, wieso wir wohl immer wieder dieselben Fehler machen werden wie unsere Eltern."

Der "Spiegel" im Gespräch mit der "Super-Nanny" über Jugendgewalt und ihren Zorn auf Roland Koch und die CDU.

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Update vom 16-01-2006


Klaus Stuttmann erklärt, warum "der Koch an sich ausländerfeindlich" ist.


Und der "Stern" zeigt die Zukunft det Strafvollzugs in Hessen.

Die "TAZ" im Gespräch mit dem Psychologen Haci-Halil Uslucan über die Rolle der Jewalt in Migrantenfamilien.
"Jugendliche Intensivtäter weisen oftmals einen Migrationshintergrund auf, sagt der Psychologe Haci-Halil Uslucan. Das hat viele Gründe. Eine gewaltfreie Erziehung jedoch müsste auch in Migrantenfamilien stärker gefördert werden"


Auch die Türkei hat ein Problem mit Jugendjewalt, schreibt die "FAZ".
"Die Türkei hat über Jahrzehnte bittere Erfahrungen mit dem gesammelt, was deutsche Politiker für rückfällig werdende jugendliche Straftäter fordern. Das klassische „Verbesserungshaus für Kinder“ (cocuk islah evi) der Türkei entspricht weitgehend dem, was Politiker der CDU und CSU als Erziehungscamps einrichten wollen. Noch während des Zweiten Weltkriegs war das erste Haus dieser Art geschaffen worden.

Nicht immer leisteten sie, was ihr Name suggerierte. Meist wurde das Gegenteil einer Verbesserung erreicht, und lange waren sie vor allem Anstalten, die aus kleinen Verbrechern große machten. Erst in den letzten Jahren wandelten sich diese Heime: Im Zusammenhang mit neuen Gesetzen und einer Reorganisation des Strafvollzugs erhielten sie 2005 den Namen „Kindererziehungszentren“ (cocuk egitim merkezi). Dem werden sie heute auch gerecht."

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Update vom 14-01-2006
Horst Meier zieht historische Paralleln zur derzeitigen Gewalt-Debatte.
"Die jüngste Forderung nach einem härteren Strafrecht bedient Vorurteile gegen Fremde. Wie abwegig sie ist, hat Joachim Walter, Leiter des Jugendgefängnisses im baden-württembergischen Adelsheim, so resümiert: "Alles, was da jetzt gefordert wird, ist in der Fachwelt zig Mal diskutiert und von Kriminologen und Jugenstrafrechtlern längst einmütig abgelehnt worden"(vgl. FR vom 4. Januar). - Zugegeben, mit solchen Fakten lässt sich schlecht Wahlkampf machen. Wer aber vorgibt, nicht für seine Partei, sondern für das Gemeinwohl zu sprechen, muss sich daran messen lassen. Die harte Linie, die Law-and-Order-Politiker gern als Lösung verkaufen, bleibt ein Teil des Problems. Als 1923 das erste Jugendstrafgesetz in Kraft trat, feierten die Reformer einen historischen Durchbruch: Erstmals wurde der Erziehungsgedanke zur offiziellen Leitlinie - jedenfalls für Minderjährige, denen man das bloße Wegsperren ersparen wollte: weil es für den Gefangenen und die Gesellschaft so überaus schädlich ist.

Gustav Radbruch, Sozialdemokrat und zeitweise Justizminister, erklärte damals, "nicht ein besserer Strafvollzug" sei notwendig, "sondern etwas, das besser ist als Strafvollzug". Die Nazis räumten gründlich auf mit solcher "Humanitätsduselei". Erst in den 1960er Jahren gelang es, die Weimarer Reformen fortzusetzen."

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Update vom 13-01-2008

Auch im Artikel von Joachim Güntner jeht et um die Frage, wat Knast eijentlich bringen soll.
"Kein Freiheitsentzug läutert, kein Knast belehrt sie. Wie denn auch? Es ist der leidige Nachteil der Strafe, dass sie den Bestraften nicht bessert. Sie vermag zwar Wildheit zu domestizieren und Aggressivität zu bändigen, indem sie Furcht erweckt und folgsam macht. Strafe erzeugt so ein gewisses Mass an Konformität mit der geltenden Ordnung. Allein, der Moralität des Bestraften hilft sie nicht auf. Ist der Täter der Meinung, er habe seine Strafe verdient, so zeigt dies nur, dass auch er ein Rechtsgefühl besitzt. Überhaupt erst eingepflanzt aber wurde ihm diese sittliche Instanz nicht durch die Strafe."


Sehr amüsant der Artikel von MICHAEL RUTSCHKY in der "Frankfurter Rundschau", der et sich offenbar zur Aufgabe gemacht hat, bei jeder Nennung des Namens des hessischen Ministerpräsidenten auf dessen Aussagen zum hessischen Schwarzgeldskandal hinzuweisen.
"Die Expressivität der Jugendkriminalität von 2008 erreicht einen Höhepunkt, wenn die große Medienerzählung sie aufgreift und totalisiert. Und einen weiteren natürlich, wenn Roland ("jüdische Erbschaften") Koch damit Wahlkampf macht, dass er und seine Jungs, mit einem neuen Mandat ausgestattet, diese Jugendkriminalität - nun, sagen wir: reduzieren werden. Roland ("jüdische Erbschaften") Koch, der hessische Ministerpräsident, baut sich den jugendlichen Schlägern gegenüber als Der Staat auf, der das Gewaltmonopol besitzt und so die individuelle jugendliche Gewalttat zu verhindern vermag. Wer ihm die Zustimmung verweigert, spricht sich objektiv für die straflose Fortsetzung dieser Gewalttätigkeit aus.

Sozialwissenschaftler und Juristen, seit den Siebzigern intensiv an der gesellschaftlichen Konversation beteiligt, haben dazu sachlich alles Notwendige gesagt. Die Journalisten waren auch nicht faul; in Hessen selbst, dem Roland ("jüdische Erbschaften") Koch als Ministerpräsident vorsteht, liegt bei der juristischen Verarbeitung der Jugendkriminalität viel im Argen."

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Janz vorne natürlich erst einmal der Hinweis auf Blogberts Blog.
Hier ist vor allem natürlich lesenswert die Diskussion in den Kommentaren, weniger der Artikel selbst. Blogbert selbst hat sich noch nicht in die Diskussion eingeklinkt. Was er angesichts solcher Beiträge.

"Einführung der Todesstrafe für jene, die man heute beschönigend Serienstraftäter oder Intensivstraftäter nennt."

vielleicht demnächst mal tun sollte.

Angesichts solcher Kommentare nimmt et sich keene Wunder, wenn die NPD beglückt ist über die neu entfachte Diskussion.
"Der Wahlkampf von Ministerpräsident Roland Koch in Hessen hat mittlerweile fast NPD-Qualität erreicht, aber eben nur fast, und noch nicht ganz."



Nobelpreisträger Günter Grass hat sich auf Seiten der SPD jeschlagen und nennt Roland Koch eenen Demagogen.


Jens Jensen fragt im Videostream der "Zeit", warum niemand sage, et jäbe zu viele deutsche Opfer ausländischer Kriminalität und gibt auch sojleich die Antwort: Et jiebt ja ooch viel mehr ausländische Opfer deutscher Kriminalität (Stichwort: Hoyerwerda, Rostock, Guben, etc.)

Ebenfalls in der Zeit werden Acht Antworten zu den Ursachen krimineller Karrieren gegeben.


Der "Freitag" im Gespräch mit Dr. Freiherr von Schorlemer über den Wahlkampf Roland Kochs.

"FREITAG: Was halten Sie vom Thesenpapier Roland Kochs zur Ausländerintegration, in dem er "ungewohnte Vorstellungen zur Müllentsorgung" und "Hausschlachtungen in der Wohnküche" erwähnt?
SCHORLEMMER: Koch bedient auf demagogisch geschickte Weise Klischees, betreibt Wahlkampf, der zynisch, ideenlos und eines Demokraten unwürdig ist. Leider sind dem Bundesinnenminister und der Kanzlerin Wahlerfolge in Hessen wichtiger als eine liberale Gesellschaft. Zuvor hatten sie noch vor Schnellschüssen gewarnt.

Was meinen Sie mit demagogisch geschickt?
Er stigmatisiert Migranten, denen er deutsche Sekundärtugenden wie Ordnung, Sauberkeit, Fleiß abspricht. Dabei haben auch viele Deutsche ungewohnte Vorstellungen von Müllentsorgung. Statt ein Wort über massive rechtsradikale Gewalt zu verlieren, spielt er sich als Sprecher einer schweigenden Mehrheit auf, vermeintliche Tabus mutig brechend: Für kriminelle Ausländer will er selbst Lager wieder hofffähig machen. Und was verbirgt sich hinter dem der schweigenden Mehrheit? Eine rassistische?"



Ebenfalls im Freitag stellt Martin Krauß fest, dass Arbeitslager ooch im linksliberalen Wählermilliöh Akzeptanz finden..
"Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) ist nach einer nur kurzen Zeit des Beharrens auf der Einhaltung der Menschenwürde nun auch für solche Lager, die Kanzlerin ebenso, und die taz ließ ihre Leser online abstimmen, über 12.000 beteiligten sich. "Nur Wahlkampf oder ein legitimer Vorschlag?" lautete die Frage. Der Meinung "Legitim. Das heutige Jugendstrafrecht funktioniert nicht" stimmten 61,4 Prozent der linksliberalen Gemeinde zu.

Wenn man die Kochsche Forderung, möglichst alle wegzusperren, nur um das harmlose Wörtchen "Erziehung" ergänzt und dabei auf keinen Fall vergisst, sich laut und deutlich von den USA zu distanzieren, hat man in diesem Land die absolute Mehrheit. Nur Straflager darf man die Sache nicht nennen, denn sie soll ja eine pädagogische Funktion erfüllen. Sollte man lieber sagen, dass die Kinder zur Förderung ihrer Konzentration ins Lager geschickt werden? Immerhin wäre das deutsch."



Die "Welt" bemüht sich um eene historische Einordnung von Jugendjewalt.
"Eine Frage der Orientierung
Die Geschichte zeigt: Gewaltbereite junge Männer können eingebunden werden, wenn man ihnen ein Ziel steckt"



"Wer bei den kommenden Wahlen ein Fest der Demokratie erwartet, wird von einem Fest der Demagogie enttäuscht werden."
, schreibt "Telepolis" im Zusammenhang mit der Debatte, um ausländische Jugendjewalt in Deutschland

Auch die "Frankfurter Rundschau" bemüht sich, um eine differenzierte Sicht:
"Rohe Sitten junger Wilder
Die Gewalt, das Schweigen und das Reden
In den letzten Tagen wurde viel über jugendliche Gewalt debattiert. Doch die Rolle der Täter, der Opfer und der Masse ist bei Weitem nicht so eindeutig, wie uns oft weißgemacht werden soll."


http://www.zeit.de/online/2008/01/interview-schawohl
Die "Zeit" im Gespräch mit Anti-Aggressionstrainer Horst Schawohl.
"Nach dem brutalen Anschlag zweier Jugendlicher auf einen Münchner Rentner fordern Politiker die Verschärfung des Jugendstrafrechts. Der Hamburger Verein „Nordlicht“ bietet seit Jahren Trainingskurse für Intensivstraftäter an. Horst Schawohl ist dort Koordinator für Anti-Aggressionskurse. Von einer Verschärfung des Jugendstrafrechts hält er wenig - vielmehr müssten Jugendrichter ihre Möglichkeiten besser ausschöpfen und besonders schwere Straftaten schneller ahnden."



Die "Neue Zürcher Zeitung" schlägt sich offenbar eher auf die Seite der Konservativen, bzw. versucht eenen anderen Blickwinkel auf det Thema einzunehmen.
"Blickwechsel

Hier hat sich in diesen Tagen etwas geändert, was zu einer Häufung einschlägiger Nachrichten führt. Geändert hat sich auch die Bereitschaft, offen über die religiös-ethnische Herkunft der Täter zu berichten. Der diffuse und so pauschal gar nicht treffende Begriff der Ausländerkriminalität löst sich dabei auf. Viel sinnvoller ist es, die Problemgruppen beim Namen zu nennen: Es geht vor allem um Jugendliche mit türkischen und arabischen Wurzeln.

Die Presseratsempfehlung, gerade bei Meldungen über Straftaten eher restriktiv mit solchen Angaben umzugehen, hat aber in der Vergangenheit viele Journalisten veranlasst, jeden Hinweis auf eine Einwandererbiografie ganz zu unterlassen. Das führte immer wieder zur flagranten Desinformation: Aus aggressiven, unprovozierten Angriffen von Jugendlichen türkischer Herkunft auf deutsche Schüler wurden dann «Schülerkrawalle».

Es ist die Angst, mit der blossen Erwähnung ethnischer Herkunft oder religiöser Zugehörigkeit bereits Vorurteilen und Ressentiments («Ausländerfeindlichkeit») Vorschub zu leisten, die Journalisten verunsichert. Wenn das Ethno-Argument überhaupt laut wird, dann müssen aggressive Ab- und Ausgrenzung die böse Folge sein, so fürchtet man."


Die "Netzeitung" im Jespräch mit Erziehungswissenschaftler Walther Specht "über Motive, Wegducken in der U-Bahn und politische Reflexe."
"Jugendgewalt ist ein europäisches Thema. Die Frage ist, wie eine Gesellschaft darauf reagiert. Ob eher mit Polizei und Justiz, also mit Abschreckung reagiert wird, oder ob sie nach den Ursachen fragt. Wenn nach den Ursachen gefragt wird, kommt man zwangsläufig auf die Lebenslage von ausgegrenzten Jugendlichen, denen die Teilhabe am gesellschaftlichen Reichtum fehlt."



(Bildquelle: Flickr/zmxncbv.com)


Die "Zeit" fordert mehr Erziehung und wenijer Wegsperren.
"Die Debatte um das Jugendstrafrecht geht am Problem vorbei. Nicht härtere Strafen braucht es, sondern frühes Eingreifen, damit Jugendliche gar nicht erst abgleiten."



Ebenfalls in der "Zeit" wird Kochs Wahlkampfoffensive als "fast schon NPD-Niveau" bezeichnet.
"Kritik von allen Seiten: Auch dem Zentralrat der Juden missfällt der Wahlkampf der CDU. Roland Koch wechselt derweil die Strategie, er umwirbt jetzt die SPD."



Großartich! Die "Zuender" von der "Zeit" hat 6 Kampagnen (CDU/SPD/FDP) aufjelistet in denen mit populistischen Bejriffen nur so um sich jeworfen wurde.


Wie jehen andere Länder mit der Jugendgewalt um. Die "Netzeitung" mit einem Rundumblick.
"Erziehung statt Haft – Niederlande oder Schweden legen wie Deutschland beim Umgang mit jugendlichen Straftätern großen Wert auf Resozialisierung. Nicht überall geht es so milde zu."



Die "Zeit" über jefühlte Kriminalität und Unsicherheit in der Gesellschaft.
"Deutschland ist nicht gefährlicher geworden. Aber die Menschen fürchten sich vor jugendlichen Intensivtätern. Zu Recht?"



Wie könnte es anders sein? Über det Thema wird auf "Politically Incorrect" heiss diskutiert.

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